Rentenanpassung 2016 – ein tiefer Schluck aus der Pulle

Alljährlich zur Mitte des Jahres werden die Renten angepasst, meist ist es der 1. Juli eines Jahres an dem diese Rentenerhöhung wirksam wird. In der Vergangenheit hatte die mehr als 20 Millionen deutsche Rentner oft nicht viel Freude an diesem Ereignis, stiegen doch die Renten sehr häufig nur minimal oder gar nicht. Das soll im kommenden Jahr anders sein, es wird immerhin ein Anstieg von 4% bis 5% vorgeschlagen, genauer gesagt 4,35 Prozent in den alten Bundesländern und 5,03% in den neuen. Zwar werden die endgültigen Werte erst im Frühjahr 2016 beschlossen, aber man kann wohl davon ausgehen, dass sich die dann nicht gravierend von den jetzt avisierten Werten unterscheiden werden.

Im Jahr 2015 stiegen die Renten um 2,1% in den alten Bundesländern und 2,5% in den neuen Bundesländern, die damit 92,6% des Westwertes erreichten. Im Jahr 2014 waren es 1,67% (West) und 2,53% (Ost). Wie man an der nachfolgenden Tabelle erkennen kann, ist die in Aussicht gestellte Rentenerhöhung im Jahr 2016 die höchste der letzten 15 Jahre (wenn man von der speziellen Situation in den neuen BL ansieht).

Tabelle: Rentenanpassung West und Ost in Prozent in den Jahren 2000 bis 2014
Rentenanpassung zum West in Prozent Ost in Prozent
1.7.1997 1,65 5,55
1.7.1998 0,44 0,89
1.7.1999 0,60 0,60
1.7.2000 0,60 0,60
1.7.2001 1,91 2,11
1.7.2002 2,16 2,89
1.7.2003 1,04 1,19
1.7.2004 keine Anpassung keine Anpassung
1.7.2005 keine Anpassung keine Anpassung
1.7.2006 keine Anpassung keine Anpassung
1.7.2007 0,54 0,54
1.7.2008 1,10 1,10
1.7.2009 2,41 3,38
1.7.2010 keine Anpassung keine Anpassung
1.7.2011 0,99 0,99
1.7.2012 2,18 2,26
1.7.2013 0,25 3,29
1.7.2014 1,67 2,53
1.7.2015 2,10 2,50

Gründe für die gegenüber den Vorjahren deutlich höhere Rentenanpassung sind:

  • die aktuelle Lohnentwicklung
  • die gestiegene Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
  • eine Veränderung der Berechnungsmethode, die dazu führte, dass im vorigen Jahr die Anpassung niedriger ausfiel, das wird jetzt ausgeglichen  (spätere Ausgaben sind ja bekanntlich immer „gut“)